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Unterschied zwischen Sindarin u. Quenia
Hallo zusammen!
Ich weiß, eigentlich sollte ich es als HDR Fan wissen, aber mit diesen beiden Sprachen, habe ich mich irgendwie nciht wirklich auseinander gesetzt, daher meine Frage:
Was ist der Unterschied zwischen Sindarin u. Quenia?
Sindarin wurde als allgemeine Elbensprache angewandt und Quenya war früher dran. Quenya ist eine ältere Sprache und wurde eher von den Hochelbenbenutzt!
Also so würde ich es erklären. Hab ich Recht?
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das ganze ist etwas komplexer: beide sprachen kommen vom Urelbisch. Das Sindarin ist die sprachliche Weiterentwicklung der Sindar (Grauelben) in Beleriand. Quenya ist das was die Elben in Aman aus dem Urelbischen gemacht haben.
Ein gutes Beispiel sind die Ortsnamen in Beleriand. Hithlum ist mein liebstes Ziel. Die ankommenden Noldor nannten das Tal Hìslòme oder so. die Sindar machten daraus Hithlum
Thingol verbot das Quenya nachdem er vom Sippenmord erfahren hatte, deshalb wurde Sindarin wenn man so will die 'Hauptsprache'. Ich vermute, dass es auch viel mehr Sindar als Noldor in Beleriand gab, deshalb wurde das Sindarin Dominant. Später wuchs aus dem Sindarin und dem Adûnäischen das Westron, also die Allgemeinsprache.
So viel zu den historischen Unterschieden. Die Gramatischen soll jemand erklären, der es auch versteht.
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Du hast das ja schon sehr gut erklärt.
Grammatik ist so ein Problem. Vielleicht können wirs ganz kurz an der Pluralbildung anschauen (viel mehr kann ich leider auch nicht ): Das Wort Mensch heisst im Sindarin "adan", im Quenya "atan". Ziemlich ähnlich, nicht?
Die Grammatik ist aber extrem unterschiedlich, vor allem die Pluralbildung. Im Sindarin werden dazu nämlich die Vokale verändert. "Adan" wird dann zu "Edain" (ein "a" in der ersten Silbe wird immer zu "e", ein "a" in der lezten Silbe immer zu "ai"). Im Quenya wird hingegen ähnlich wie im Deutschen, eine Endung angehängt, meisst ein "i". "Atan" wird also zu "Atani".
Was also im Singular noch sehr verwandt klang ("Adan" und "Atan") kann im Plural kaum mehr als verwandt erkannt wernden ("Edain" und "Atani").
Darin liegt auch schon der grosse Unterschied: in den Wortstämmen sind sich die Sprachen meist zweifellos ähnlich, aber sobald die Wörter grammatikalisch verändert werden, tönts gleich ziemlich anders.
Zum erkennen, welche Sprache man vor sich hat, kann man sehr gut auf den Klang hören, und auch darauf, welche Buchstaben verwendet wurden: Sindarin klingt eher Keltisch und hat viele th's, dh's und ch's. Quenya klingt eher ein wenig wie Latein, Griechisch (teilweise zwar auch mit einem keltischen Einschlag) und hat eher Buchstaben wie y, x, q und zudem viel mehr Vokale.
Hier sonst noch eine sehr gute Seite (auf Englisch):
http://www.uib.no/People/hnohf/
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Ein Arzt kann seine Fehler begraben, das Beste was ein Architekt tun kann, ist Efeu pflanzen.
Eigentlich ist das Edain/Atani-Beispiel ein sehr seltsames,
bzw. ein gutes um die Pluralbildung zu erklären, für alles andere aber ungeeignet, da es kein wort ist, dass sich bereits im Urelbischen
entwickelte... Aber für die Pluralbildung ist es wie gesagt excellente
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Urelbisch ist auch nur in Fragmenten und Wortstämmen erhalten, oder wurde sogar von Tolkienexperten
"zurückerschlossen"...
Um das Urelbische auch noch in meine Erklärung einzubeziehen, würde ich das das Wort Süden nehmen:
-
Urelbisch: Khyar-
-Quenya: hyarmen
-Sindarin: harad
Da es das Wort Süden nicht in Mehrzahl gibt, ist die Pluralbildung hier
leider nicht möglich...^^
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Ein Arzt kann seine Fehler begraben, das Beste was ein Architekt tun kann, ist Efeu pflanzen.
Sorry,
Doppelpost, ich weiss, aber das hier schläft ja sonst noch ein und ich hab weiter oben noch was vergessen:
Quenya ist auch sehr vom
Finnischen inspiriert (vor allem grammatikalisch, aber teilweise auch klanglich. Ich kann aber zu wenig (bzw. gar nicht) Finnisch um das genauer
auszuführen).
Auf jeden Fall zeigt sich das schön bei den Fällen. Während wir im Deutschen 4 Fälle haben (Akkusativ (wen?), Nominativ
(wer?), Dativ (wem?), Genitiv (wessen?)) hat es im Finnischen 15 (!) Fälle (Neben Akkusativ, Novinativ und Genitiv (der Dativ fehlt
seltsamerweise) auch noch Partitiv, Inessiv (Wo?), Elativ (Woher?), Illativ (Wohin?), Adessiv (Worauf? Womit?), Ablativ (von wo?), Allativ (zu
wem/was?), Essiv (als was?), Translativ (zu etwas werden), Abessiv (ohne etwas), Instruktiv (durch was?), Komitativ (mit wem/was?)).
Im Quenya gibt es immerhin noch 9 (Genitiv, Dativ, Akkusativ, Nominativ, Possesiv, Instrumental, Lokativ, Allativ und Ablativ).
Ausserdem werden alle grammatikalischen Veränderungen im Quenya mit Suffixen (Endungen) gebildet, genau wie im Finnischen auch.
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Ein Arzt kann seine Fehler begraben, das Beste was ein Architekt tun kann, ist Efeu pflanzen.
Oh mein Gott...jetzt darf ich auch noch Grammatik lernen*gg**scherz*
Das wird echt imma komplizierter^^
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da muss man ja wissen, was man sagt, bevor man redet!!!
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Lol
Naja, wenn es deine
Muttersprache wäre, hättest du die Grammatik so sehr verinnerlicht, dass es auch ohne gross nachzudenken geht...
Nochmals zu
Finnisch: hab hier ein Wort gefunden, für das man im Deutschen einen ganzen Satz (!) bräuchte:
taloissanikinko (Deutsch: Auch in
meinen Häusern?)
Sind einfach alles Endungen angehängt worden:
talo -i -ssa -ni -kin -ko
Haus
(Plural) in mein auch (Frage)
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Ein Arzt kann seine Fehler begraben, das Beste was ein Architekt tun kann, ist Efeu pflanzen.
Also ich habe in meiner Abschlussarbeit über die Elbensprachen einen Vergleich des sprachlichen Aufbaus zwischen Quenya,
Latein/Griechisch und Finnisch (mit ein wenig Hilfe von den Infos von Harri Peräla, ich kannte bis dahin noch kein Finnisch!) gemacht....wenn
jemand wirklich an grammatikalischen Aufzählungen interessiert sein sollte , kann ich dienen... viel Grundlegendes hat Firithoniël aber schon
gesagt!
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(Cicero)
@Néniwen: du kannst Finnisch!?!
und ich dachte, ich hätts schwer,
weil ich div. Franz-Diplome mache...
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Wow, eine
Expertin! Cool! Ich glaube von dir kann ich was lernen... (Endlich jemand der mehr weiss als ich, bis jetzt konnte ich in diesem Thread noch
nicht richtig diskutieren...^^).
Übrigens, das über das Finnische hab ich abgeschrieben... (Wikipedia lässt grüssen. ).
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Ein Arzt kann seine Fehler begraben, das Beste was ein Architekt tun kann, ist Efeu pflanzen.
Aaaahhh...nein, nein ich kann kein Finnisch! Ich habe mich
lediglich ein wenig in dessen Sprachstruktur eingearbeitet, das heisst Grammatik durchgeschmökert und Lautlehren angeguckt...damit kann man
den Sprachaufbau schon ein wenig vergleichen! Ich habe kein Wort Finnisch gelernt, nur Analyse gemacht... was die Ähnlichkeiten zwischen dem
Quenya Vokabular und dem Finnischen Vokabular angeht, so habe ich mich wie gesagt der Infos von Harri Peräla, der selber Finne ist und sich
bezüglich Quenya-Finnisch schon Gedanken gemacht hat, bedient, weil ich ja selbst kein Finnisch-Voci gelernt habe, nur Grammatik/Lautlehre
angeschaut... guckt ihr hier: Vergleich Quenya-Finnisch
Und übrigens: Französisch?
waaaaaaaah!! aber Tolkien hat es auch nicht gemocht, gehuldigt sei sein Sprachgeschmack!!!
)
Firithoniël: Was im ernst noch so
eine ernstlich in Grammatikvergleiche-interessierte-Gestörte? Die halbe Schule hat mich schräg angeschaut, als ich gesagt habe ich lerne
Elbisch...
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(Cicero)
@Néniwen: was ist ein Problem mit französisch? ist doch eine schöne Sprache. (mal ganz
abgesehen davon dass ich keinen vernünftigen KV-Abschluss ohne Franz machen kann) Ludwig der XYZ hat mal gesagt, Französisch sei die
Sprache, die man mit adligen sprechen würde, englisch mit den Bauern, Spanisch mit dem Klerus, Deutsch mit zurückgebliebenen und
Italienisch mit seiner Kuh.
weil du geschrieben hast: ich kannte bis dahin noch kein Finnisch dachte ich, du hättest es
inzwischen gelernt.
Der Rest der Schule hat wohl so etwas gesagt: Ey, was soll elb'sch sein, un so?
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Französisch ist höchstens schön wenn man es
kann... Ansonsten der absolute Horror.
Mich hat auch niemand verstanden weil ich mich dafür interessierte (häuffigste Frage: "Wofür
willst du das den brauchen?" Ich hätte die Leute erwürgen können. ). Man muss doch nicht nur Dinge machen, die man für etwas
brauchen kann!
Irgendwie ist es lustig: wenn ich eine Sprache für mich lerne, machts mir extrem Spass und ich mache relativ schnell
Fortschritte. Aber sobald irgendeine Art Unterrichtsform dazu kommt, bricht die Motivation ein... War sogar beim Englisch so, das ich eigentlich
sehr gern hab.
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Ein Arzt kann seine Fehler begraben, das Beste was ein Architekt tun kann, ist Efeu pflanzen.
Zitat:
Original von Agarwaen
@Néniwen: was ist ein Problem mit französisch? ist doch eine schöne Sprache. [/I]
Ja, ich gebe zu, ich bin schulisch-geschädigt, denn meine Franzlehrerin ist...naja, eben ne Franzlehrerin...aber ich habe
Französisch noch nie sonderlich gemocht, ich mag es einfach nicht...Ausnahme: Wenn es wirklich schön gesprochen wird und auch so in einer
gehobeneren Form, eben à la alte Ritterepen und so...
Zitat:
Original von AgarwaenLudwig der XYZ hat mal gesagt, Französisch
sei die Sprache, die man mit adligen sprechen würde, englisch mit den Bauern, Spanisch mit dem Klerus, Deutsch mit zurückgebliebenen und
Italienisch mit seiner Kuh.[/I]
Tja, wenn man Ludwig der YYZ heisst...
Zitat:
Original von Firithoniël
Man
muss doch nicht nur Dinge machen, die man für etwas brauchen kann![/I]
Meine Rede!
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(Cicero)
Zitat:
Original von
Néniwen
Zitat:
Original von Firithoniël
Man muss doch nicht nur Dinge machen, die man für etwas brauchen kann![/I]
Meine Rede!
klar muss man nicht. aber es ist halt eben nützlich und man kann damit angeben!
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Ich finde, es zeichnet eine Person aus, wenn
sie auch Dinge tut, die nicht einem bestimmten Zweck dienen, sondern einfach getan werden, weil sie schön sind, oder Spass
machen...
Ich meine, wenn ich male sagen alle "Wow, so ein schönes Bild! Du kannst so toll malen und zeichnen!". Aber dient DAS etwa
einem besseren Zweck als Elbisch zu lernen?! Wohl kaum! Ist beides eine Art, seine Kreativität zu entfalten.
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Ein Arzt kann seine Fehler begraben, das Beste was ein Architekt tun kann, ist Efeu pflanzen.
Ja, das finde
ich auch! Tolkien hat seine Sprachen auch mit dieser Absicht erfunden, einfach dass sie schön sein sollen...er nannte diese Art von
Spracherfindung "das Komponieren einer sprachlichen Symphonie"... mag mich auch jeder für bekloppt halten, ich finde, er hat absolut Recht!
Und was sind wir nur für schreckliche Offtopic-Poster; jetzt habe ich hier schon 16 Beiträge geschrieben und davon gerade mal etwa 2
brauchbare... vielleicht werde ich doch noch eine Grammatikvergleich reinstellen, damit das ganze wieder ein wenig seriöser wird
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(Cicero)
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